Campingreise durch Afrika

Nach etlichen Afrikatouren, darunter auch eine Campingreise ins Okavango-Delta, sowie einer kompletten Umrundung des schwarzen Kontinents, ist besonders die Route von Südafrika aus über Namibia und Botswana nach Sambia interessant. Doch sollte es dieses Mal zusätzlich nach Tansania in den größten kontrollierten Naturschutzpark Afrikas gehen – in das Wildreservat Selous, um von dort dann an die Viktoriafälle, nur mit Rucksack und Schlauchboot ausgerüstet, weiterzureisen. Das Selous Reservat, welches mit 50.000 qkm das zweitgrößte der Welt und das größte Wildreservat Afrikas ist, macht dabei fünf Prozent der Landesfläche des ostafrikanischen Landes Tansania aus. Der Park, der ebenso aus dichtem Busch wie sich weit erstreckenden Akazienwäldern besteht, bietet die Heimat für viele Tierarten, darunter Nilpferde, Elefanten, Krokodile und viele andere Wildtiere.

Von Ifakara nach Kilombero

Dummerweise hatten wir keine Genehmigung für den Selous Naturschutzpark, doch da es gegen Ende der Regenzeit war, dachten wir, dass die Jagdsaison noch nicht begonnen haben könnte. Dadurch wären dann vielleicht wesentlich weniger Park Ranger unterwegs und wir könnten unsere Campingtour durch das Reservat in vollen Zügen genießen. So ging es für uns erst einmal nach Ifakara und von dort aus weiter an den Kilombero, welcher in den Rufijii mündet und den wir eigentlich mit unseren Booten bereisen wollten. Von Anbeginn an waren wir sofort mitten im Naturschauspiel Afrika und es gab zahllose Nilpferde und Krokodile zu bestaunen. Selbst Elefantenherden gehörten zu den ersten Eindrücken.

Rangeraufsicht im Selous Park

Es waren jedoch – wie sollte es anders sein – Ranger im Park, und da wir keine Genehmigung hatten, mussten wir mit einem der Ranger ins Hauptquartier nach Dar Es Salam. Zwar bekamen wir keine Strafe auferlegt, doch eine Genehmigung für den Selous Park gab es trotz zäher Verhandlungen ebenfalls nicht mehr. Völlig resigniert versuchten wir nun, Alternativen zu finden, damit dieser Urlaub, der doch so toll begonnen hatte, jetzt immer noch gut weiterlaufen könnte. So entdeckten wir auf einer Karte einen anderen Fluss, den Warmi, der ebenfalls in den Indischen Ozean mündet. Und so beschlossen wir, unseren Campingurlaub mit Rucksack und Rafting hier fortzusetzen.

Entlang des Warni Flusses

Nilpferde und Krokodile waren hier, besonders in den ruhiger gelegenen Gebieten, wieder an der Tagesordnung, doch mit Elefanten oder anderen imposanten Wildtieren verlief es alles eher unspektakulär. Dafür bot uns der Warmi einige starke Strömungen und das Fischen in diesen Gewässern war einmalig. Im Mündungsgebiet des Warmi entdeckten wir dann ein kleines Dorf, von wo aus wir auf einem der typischen Segelschiffe, einer Dau, in die nächstgrößere Stadt mitsegeln konnten. Einzig beim Erreichen der Stadt mussten wir noch circa 100 Meter ans Ufer schwimmen, denn näher kam die Dau nicht an die Uferböschung heran. Insgesamt wurde so der Trip in den Selous Wildpark doch noch ein einmaliges Erlebnis, wenngleich wir zur nächsten Tour die Boote gegen ein Wohnmobil tauschen wollten, wobei das Wohnmobil erwerben bei Caraworld jetzt schon geplant wurde. Denn dann sollte die „Rückkehr“ in unser normales, alltägliches Leben vielleicht leichter fallen, da man bei den Improvisationskünstlern in Afrika völlig das Gefühl für Zeit und Raum vergisst. Man spürt den Ursprung des Lebens und besinnt sich dessen wieder intensiv – einfach unbeschreiblich, wie wenig modernes westliches Leben plötzlich noch eine Rolle spielt!

IMG: Duncan Noakes – Fotolia

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